So steht DAF zu alternativen Antrieben

So steht DAF zu alternativen Antrieben

Elektromobilität, Hybridtechnologie, Wasserstoff

Vorgaben der EU stellen Lkw-Hersteller vor Herausforderungen

Die Lkw-Branche wurde von der EU vor die enorme Herausforderung gestellt, ihre CO2-Emissionen bis 2025 um 15 % im Vergleich zu 2019 zu senken, bis 2030 sogar um 30 %. Um diese Anforderungen zu erfüllen, müssen Lkw-Hersteller bis 2025 viele Hybrid-Elektrofahrzeuge und insbesondere batteriebetriebene Elektrofahrzeuge verkaufen. Leider sind diese Lkw weiterhin sehr teuer und die Nachfrage am Markt könnte begrenzt bleiben. Daher konzentriert sich DAF auf die Weiterentwicklung des Dieselmotors und alternativer Technologien. Eine wichtige Erkenntnis ist, dass es keine Universallösung für alle Transportanwendungen gibt. Wir benötigen mehrere Optionen.

Aktuelle Lkw von DAF sind mehr als 20% effizienter als die Lkw, die vor 20 Jahren produziert wurden, und verursachen 20% weniger CO2. Das entspricht durchschnittlich 1% weniger CO2-Ausstoß pro Jahr. Die CO2-Reduzierung erfolgte parallel zu großen NOx- und PM-Reduzierungen – über 95 % seit der Einführung von Emissionsnormen. Diese Erfolge sind das Ergebnis kontinuierlicher Investitionen in neue Technologien.

Mögliche Lösungen für unterschiedliche Anforderungen


Um die Ziele der EU erreichen zu können, denkt DAF an unterschiedliche Lösungen für die einzelnen Anforderungsbereiche der Transportbranche:
 
  • Für die lokale Luftqualität sind vollelektrische Lkw vielversprechend, insbesondere bei Fahrten in Stadtgebieten mit niedrigen Nutzlasten. Diese Lkw legen weniger Kilometer zurück und fahren abends zum Laden zur Basis.
  • Für schwere und mittelschwere Lkw, die größtenteils außerhalb von Stadtgebieten unterwegs sind, ist die Hybridtechnologie perfekt. Saubere Dieseltechnologie sorgt für maximale Reichweite und Flexibilität außerhalb der Städte, der Elektromotor für emissionsfreie Stadtfahrten.
  • Für den schweren und mittelschweren Transport über lange Strecken bleibt der Dieselmotor vorläufig der wichtigste Antrieb, zum Teil in Kombination mit Hybridtechnologie und künftig mit neuen CO2-freundlichen Kraftstoffen.
Obwohl DAF die Wichtigkeit von vollelektrischen Lkw für die Zukunft unterstreicht, müssen auch die negativen Aspekte berücksichtigt werden. Batterien sind immer noch teuer und schwer und haben eine niedrige Energiedichte, was Nutzlast und Reichweite des Lkws verringert. Ein Beispiel zur Verdeutlichung der unterschiedlichen Energiedichte:
Einen Lkw 100 Kilometer zu fahren, erfordert etwa 25 Kilogramm Diesel. Damit ein Elektro-Lkw 100 Kilometer zurücklegen kann, wird ein Batteriepaket von etwa 2 Tonnen benötigt. Mehrere Großstädte in Europa haben angekündigt, dass sie ab 2025 in Stadtzentren nur emissionsfreie Fahrzeuge erlauben. Die Transportunternehmen werden auf Elektro- und Hybridfahrzeuge setzen müssen, wenn sie den Betrieb fortsetzen wollen.

DAF ist führend in der Entwicklung von vollelektrischen Lkw und sehr aktiv im Bereich der Hybridtechnologie, die unabhängiger von der Batterieladeinfrastruktur ist.


Neue Anforderungen ab 2030


Derzeit basiert die Gesetzgebung auf dem, was aus dem Auspuff kommt, und nicht auf dem, woraus die „Energie“ erzeugt wird: Kraftstoff oder Strom. Nach 2030 wird sich das allerdings ändern. Ab diesem Zeitpunkt erfolgt eine Umstellung von „Tank-to-Wheel“ auf „Well-to-Wheel-Emissionen“. Viele unterstützen auch die „Lebenszyklus-Analyse“, die nicht nur den Einsatz des Fahrzeugs berücksichtigt, sondern auch Herstellung und Recycling. Das Ziel einer Reduzierung der CO2-Emissionen um 15 % bis 2025 und der Reduktion um 30 % ab 2030 ist sehr ehrgeizig. Emissionsfreie Fahrzeuge werden Teil der DAF-Gesamtproduktion sein.


Zukunftsstoff Wasserstoff


Um die Ziele für 2030 zu erreichen, will DAF Elektro- und Hybrid-Antriebsstränge in größerem Umfang produzieren. Die Gesetzgebung wird voraussichtlich vorsehen, dass bis 2030 20% der Produktion emissionsfrei ist. Daher wird Wasserstoff eine wichtige Rolle spielen. Es gibt mehrere Möglichkeiten, Wasserstoff herzustellen:
Erstens: Durch das Aufbrechen von fossilen Brennstoffen, wodurch CO2 und Wasserstoff entsteht. Dieser wird als „grauer Wasserstoff“ bezeichnet, da ein fossiler Brennstoff zur Herstellung benötigt wird und CO2 freigesetzt wird.
Eine zweite und viel sauberere Art der Wasserstofferzeugung erfolgt durch Elektrolyse. Dabei wird Strom durch Wasser geleitet, wodurch Sauerstoff und Wasserstoff entstehen – in diesem Fall sauberer „grüner Wasserstoff“.

DAF Mutterkonzern PACCAR sammelt mit Toyota und Shell in den Häfen von Los Angeles Erfahrungen mit Brennstoffzellen. Dort werden erste Fahrzeuge im täglichen Betrieb getestet. Die Ergebnisse werden an DAF zur weiteren Forschung weitergeleitet. Voraussichtlich wird es weitere zehn Jahre dauern, bis diese Technologie großflächig auf Lkw angewendet werden kann. Dennoch setzt DAF auf diesen Bereich und wird ihn weiter ausbauen.


Welche anderen Möglichkeiten werden in Zukunft zur Verfügung stehen?


Derzeit werden Kraftstoffe entwickelt, die die Erhöhung der CO2-Konzentration in der Umwelt verhindern könnten. Ein Beispiel ist der Kraftstoff „Power-to-Liquid“. Mittels Elektrolyse und Strom aus Solar- und Windenergie wird Wasserstoff hergestellt und mit recyceltem CO2 zu einem synthetischen Diesel kombiniert. Das Endprodukt ist ein Kraftstoff, der über das vorhandene Netzwerk verteilt werden kann und für alle Dieselmotoren geeignet ist. Wenn Wasserstoff mit Solar- und Windenergie erzeugt wird, kann das Fahren mit diesen E-Brennstoffen vollständig CO2-neutral werden – eine Zukunft für den Verbrennungsmotor. So bieten neue Kraftstoffe positive Aussichten für den Verbrennungsmotor.

Ein Beispiel ist auch HVO – hydriertes Pflanzenöl, das aus pflanzlichen Ölen und Abfall gewonnen wird und bereits für die aktuelle Generation von LF-, CF- und XF-Lkw zertifiziert ist. Im Gegensatz zu früheren Biodieselgenerationen konkurriert die Produktion von HVO nicht mit der Lebensmittelproduktion. HVO kann zu einer Reduzierung der CO2-Emissionen um 90 % führen. In einigen Teilen Skandinaviens wird HVO bereits in 25 % der Lkw auf der Straße genutzt.

„DAF wird batteriebetriebene Elektrofahrzeuge, Hybridtechnologie und später Wasserstofflösungen einführen.“ – Ron Borsboom, Leitung Produktentwicklung DAF Trucks

Dank neuer Kraftstoffe sieht die Zukunft auch für den modernen, effizienten Verbrennungsmotor gut aus, und DAF wird ihn weiter verbessern, um für den Fernverkehr günstige und flexible Lösungen zu bieten. DAF verspricht seinen Kunden die bestmöglichen Lösungen für alle spezifischen Anforderungen.


Sehen Sie sich hier das offizielle Video von DAF Trucks an: